Osterinsel | Josef Schmid, Fremdenführer
Der Luzerner Josef Schmid lebt seit 1991 auf der Osterinsel als Fremdenführer. Er ist eine wandelnde Bibliothek und weiss alles über die sagenumwobene und weit abgelegene Insel im Pazifik.
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Auf Rapa nui hat ART-TV in der Person des Fremdenführers Josef Schmid einen exzellenten Kenner der Insel getroffen. Ob es um Siedlungsgeschichte, Entdeckung, Archäologie, Geologie, Ethnologie, Flora und Fauna, die aktuelle Politik oder touristische Informationen geht, Josef Schmid weiss auf alle Fragen eine Antwort. Der Luzerner ist 1991 auf Rapa nui eingewandert und mit einer Einheimischen verheiratet.
Der Name Osterinsel stammt vom holländischen Kapitän Jacob Roggeveen, der am Ostersonntag 1722 als erster Europäer die damals nur von Polynesiern bewohnte Insel entdeckte. Seit dem Jahre 1888 ist die Osterinsel chilenisches Staatsgebiet und wird offiziell Isla de Pascua genannt. Die Einheimischen nennen die Insel Rapa nui, das bedeutet grosser oder entfernter Flecken Land. Die rätselhafte Vergangenheit und die riesigen Steinstatuen (Moai) sorgten dafür, dass Rapa nui weltbekannt wurde.
Die Vulkan-Insel, gebildet aus den drei Hauptvulkanen Poike, Rano Kau und Maunga Terevaka, gilt als der am weitesten von anderen bewohnten Gebieten entfernte Ort der Erde. Ursprünglich von einer dichten Vegetation überzogen, zeigt sich die als Dreieck aus dem Südpazifik ragende knapp 164 km2 grosse Insel – entspricht etwa der Fläche des Kantons Zug – heute als grasbewachsene Hügellandschaft. Die höchste Erhebung, der Berg Maunga Terevaka, ragt etwa 507 Meter aus dem Meer. In Wirklichkeit ist der Berg etwa 3500 Meter hoch, 3000 Meter ruhen unter Wasser. Die relativ junge Insel ist vulkanischen Ursprungs. Bäche oder Flüsse gibt es nicht. In den drei grössten Kratern bildeten sich Regenwasserseen, und in den Buchten rund um die Insel sickert Grundwasser ins Meer, das die Insulaner bis vor wenigen Jahrzehnten in Zisternen fassten. Heute wird das Trinkwasser aus dem porösen Inselboden in einen Tank hochgepumpt. Hauptort und einzige Siedlung auf der Insel ist das an der Westküste gelegene Dorf Hanga roa mit rund 5000 Einwohnern.
Der Nationalpark bedeckt 40 Prozent der Inselfläche und steht seit 1995 unter UNESCO Denkmalschutz. Auf der Osterinsel gibt es etwa tausend Statuen in verschiedenen Grössen und Formen, Boten einer noch nicht endgültig entschlüsselten vergangenen Kultur. Die berühmtesten und spektakulärsten findet man in Tongariki, Anakena und beim Steinbruch am Vulkan Rano raraku, der eigentlichen „Moai-Werkstätte“. 397 Steinkolosse in den unterschiedlichsten Fertigungsstadien bedecken den Hang.

















