Reprocessing Reality | Driving Men | Susan Mogul

Die amerikanische Videokünstlerin Susan Mogul gehört jener kreativen Strömung an, die sich in den 70er-Jahren von der konformistischen Darstellung der Frau emanzipiert. Eine Retrospektive zeig an einem Abend fünf emblematischen Kurzfilmen über das feministische Engagement der Künstlerin und ihre beissende Ironie. «Driving Men» wird im Filmprogramm gezeigt.
Reprocessing Reality: Susan Mogul schafft autobiografische Videowerke, in denen sie gerne auch persönlich auftritt. Verspielt, mutig, lustig und natürlich provokant sind Moguls Filme. Sie behandeln aber auch ernsthafte Themen: Einsamkeit, Familienleben und Identität. In der Debatte Reprocessing Reality, die in Zusammenarbeit mit RSR-Espace 2 entstand, sind 5 emblematische Kurzfilme über das feministische Engagement der Künstlerin zu sehen: Dressing Up, 7’ | Take Off, 10’ | Dear Dennis, 4’ | Everyday Echo Street: A Summer Diary, 32’ | Untitelt, 1’; die Diksussion wird ko-moderiert von Folorence Grivel, Journalistin RSR-Espace 2.
Der Film «Driving Men» von der amerikanischen Videokünstlerin Susan Mogul ist ein unterhaltsames Road Movie mit und über die Männer in ihrem Leben, die sie liebten, die sie im Auto chauffieren und andere Kuriositäten aus dem Leben der Videokünstlerin. Er ist im Festivalprogramm von VDR zu sehen.
Synopsis Susan Mogul ist unverheiratet, jüdisch, politische und feministische Militantin. Die Fünfzigjährige zeigt ohne falsche Scham, wer sie ist, stellt mit diebischer Freude ihre Intimität zur Schau. Passioniert von der einfachen Videokamera, hat sie wichtige Momente ihres Lebens zwischen New York und Los Angeles festgehalten. So rekonstruiert sie mit Archivbildern ihr Liebesleben und filmt als Beifahrerin ihre Exliebhaber bei einem Gespräch im Auto. Heute im Besitz eines Führerausweises, liess sie sich während langer Zeit von ihren Männern chauffieren. Zum Beispiel von Larry, einem ihrer ersten Freunde, der neben ihr am Steuer starb. Susan Mogul ist stark, sie überwindet ihre Kümmernisse mit Humor und Intelligenz.
Wertung «Driving Men» ist wie ein Duell zwischen der Filmemacherin und ihrer Vergangenheit konstruiert, eine kompromiss- und konzessionslose Enthüllung, das schmerzliche Spiegelbild Susans. Zahlreich sind die Szenen aus der Vergangenheit, wo sie lacht, sich in komischen Situationen befindet, sich selbst
parodiert. Aber sie zeigt sich auch allein an einem Tisch, weinend nach der Trennung vom x-ten „Mann ihres Lebens“. Vielleicht ahnte sie, dass diese aneinandergereihten Bilder mehr ergeben als ein amüsantes, berührendes Patchwork, nämlich dass sie Licht in ihre Art zu lieben bringen.
(Text VDR)
Weitere Infos
Reprocessing Reality | Susan Mogul | Freitag, 24. April, 19.30 Uhr | World-Dreams Capitol 1 Leone
Der Film Driving Men | Montag, 27. April, 18 Uhr | Capitole 2 Fellini
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