Visions du Réel | The Sound of Insects - Record of a Mummy
«DAS SUMMEN DER INSEKTEN - Bericht einer Mumie» ist der neuste Film von Peter Liechti, der am Festival Visions du Réel Internationale Premiere hat. Der Film entstand nach der Novelle «miira ni narumade» von Shimada Masahiko und beruht auf Grund einer wahren Geschichte. «THE SOUND OF INSECTS - Record of a Mummy» ist keine Literatur-Verfilmung, sondern die filmische Inszenierung eines literarischen Textes.
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Synopsis Im tiefen Winter findet der Jäger S. im abgelegensten Waldstrich des Landes die Mumie eines etwa 40-jährigen Mannes. Aufgrund der minuziösen Aufzeichnung des Toten stellt sich heraus, dass der Mann im vorhergegangenen Sommer Selbstmord durch Verhungern begangen hatte. Eine sehr persönliche Annäherung an einen fiktionalen Text, welcher wiederum auf einer wahren Begebenheit beruht. Ein filmisches Manifest für das Leben – herausgefordert durch den radikalen Verzicht darauf.
Wertung Der dramatische Monolog des Selbstmörders X ist an niemanden gewandt, ist weder deskriptiv noch retrospektiv, sondern ganz auf den Moment bezogen. Da ist kein Lamento, kein Selbstmitleid, keine Sentimentalität, im Gegenteil, manchmal scheint gar eine unterschwellige (Selbst-)Ironie durch. Der Text drängt einem nichts auf, vertritt keine Moral und verzichtet auf jede Wertung; gerade dadurch trifft er sehr direkt.
X's Herkunfts-/Geschichtslosigkeit, seine Anonymität ist auch Chiffre für die allgemeine Entfremdung des Menschen in der globalisierten Welt. Gerade der Selbstmord durch Verhungern sei eine höchst persönliche Todesart, schreibt X in sein Tagebuch, weil man so für lange Zeit nur mit sich beschäftigt sei.
Der Filmemacher Peter Liechti ist freier Filmschaffender als Autor, Regisseur und Kameramann. Er realisierte mehrere Film-Arbeiten mit bekannten Künstlern und Musikern wie Roman Signer, Norbert Möslang, Fredy Studer, Nam June Paik. Liechti hat einen genauen Blick für bedeutungsvolle, mehrschichtige Bilder wie auch für die künstlerische Reduktion, von der die Faszination des Gestalteten ausgeht, auch wenn das Objekt eine «katzgraue» Betonwüste ist. Seine Filme werden an zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt und im Fernsehen ausgestrahlt. Seit 2003 sind Peter Liechtis Filme in mehreren Retrospektiven in Zürich, Luzern, New York und Wien zu sehen.
Visions du Réel | Internationale Premiere | Fr, 24. April 2009 | 20 Uhr | Salle Communale, Nyon
















