Visions du Réel | Um Lugar ao Sol | Gabriel Mascaro
Der Film «Um Lugar ao Sol» von Gabriel Mascaro konfrontiert den euphorischen Diskurs der reichen Bewohner von Attikawohnungen in Rio de Janeiro mit den bedrohlichen Bilder der Hochhäusern, in denen sie residieren.
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Synopsis „Wir können von hier aus die ganze Pracht Rio de Janeiros sehen, trotz der Armut. Ich erwähnte eben, wie der Dona-Marta-Slum dort drüben sich farblich verändert hat. Heute präsentiert sich der Slum wie ein Haufen kleiner, bunt bemalter Puppenhäuser!“ Eine gepflegte Dame mit Perlohrring und karierter Bluse sitzt in ihrem bequemen beigenWohnzimmersessel und erzählt verklärt, wie grossartig es sei, hoch über den Dächern in einem Penthouse zu wohnen.
Sowohl Seh- als auch Höreindrücke würden hier viel intensiver wahrgenommen. Ihr Mann fügt hinzu, dass man ein Penthouse mit einer Insel vergleichen könne, ausser dass ersteres von Luft und nicht wie das Eiland von Wasser umgeben sei. Das Paar gehört zu einer der acht Parteien, die in Brasiliens einstiger Hauptstadt einen vierzehnstöckigen Elfenbeinturm bewohnen und die Regisseur Gabriel Mascaro für «Um Lugar ao Sol» Einlass in ihr Universum gewährt haben.
Wertung Vor der Kamera reflektieren sie ihren Lebensstil und erklären ausnahmslos, welches Privileg es sei, so zu wohnen. Ihr Gefühl von Sicherheit und Freiheit wird durch Angst einflössende Einstellungen im Lift des Luxushochhauses und durch Aussenaufnahmen des aufragenden Gebäudes kontrastiert. Diese erinnern einerseits an die Bilder vom 11. September 2001 und verweisen andererseits auf das Luxus-Hochhaus als Panoptikum, diesem Beobachtungs-Dispositiv in seinen auf Macht und Kontrolle zielenden, perversen Ausmassen, wie es Michel Foucault einst beschrieben hat.
Visions du Réel | So, 26. April, 14.30 Uhr | Capitole 1 Leone
Wiederholung | Di, 28. April, 18.15 Uhr | Capitole 2 Fellini
















