Visions du Réel | Hors Saison | Jean-Claude Cottet
Nach zwölf jähriger Abwesenheit nimmt der Filmemacher Jean-Claude Cottet mit seinen Eltern Kontakt auf. Durch und mit Hilfe der Kamera kommt es in «Hors Saison» zu einer feinfühligen Annäherung an seine Eltern.
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Synopsis Eine Landstrasse im Schnee. Aus der Ferne nähert sich eine Gestalt Schritt für Schritt dem Elternhaus, aus dem der junge Filmemacher Jean-Claude Cottet vor zwölf Jahren geflohen ist, nachdem sein Vater pleite gegangen und ihr Häuschen versteigert worden ist. Heute überleben seine Eltern in einer Notunterkunft ohne fliessendWasser. Nur der Garten, den sie mit viel Liebe hegen, bewahrt sie vor dem Desaster.
Wertung Der Filmemacher bedient sich der Mittel des Films, um die durch all die Jahre der Abwesenheit gekappten Familienbande neu zu knüpfen. Schrittweise nähert sich der Film den Figuren, versucht ohne zu provozieren Distanz zu überbrücken, den Rhythmus von Zeit und Stille achtend. Wie eine zarte Partitur im Viervierteltakt erzählt zwischen Herbst und Winter «Hors Saison» von der Rückeroberung einer verlorenen Liebe. Die Stärke des Films liegt im sorgfältigen Umgang mit der Distanz. In vorwiegend festen Einstellungen beobachtet der Filmemacher das Trio von aussen, benutzt die Kamera, um mit seinen Eltern wieder anzuknüpfen, ihnen auf den Fersen zu bleiben (mangels Autos) und eine immer grössere Nähe herzustellen. Bis hin zu jenem flüchtigen, und doch so intensiven Augenblick, in dem er die Hand seines Vaters streift. Bis die Kamera zärtlich das Gesicht seiner Mutter abtastet, während diese bedauert, nur ein einziges Erwachsenenbild von ihm zu besitzen. Ein selten emotionaler Film, an dessen Ende das fragile Bild eines Vaters von einer Flut gleissenden Lichts geschluckt wird.
Visions du Réel | Fr, 24. April | 16.45 Uhr | Capitole 2 Fellini
Wiederholung | Di, 28. April | 11.30 Uhr | Capitole 1 Leone

















