Loading the player ...

Pocket Opera | The Gondoliers

Die Pocket Opera Company präsentiert Operette zum anfassen, im wahrsten Sinne des Wortes und reduziert sie auf das Nötige. Sehenswert.

Service

» Mitglied werden

» Newsletter abonnieren

» Tell-a-friend

» Video bestellen

» Support

Hier ist der versteckte Quicktime Datei Downloadlink

«The Gondoliers or The King of Barataria» wurde am 7. Dezember 1889 als zwölftes gemeinsames Werk Gilberts und Sullivans im Savoy Theatre uraufgeführt. Es stellt den letzten gemeinsamen Erfolg der beiden dar und wurde in der Folge 559 Mal gespielt.

Der Schauplatz der Handlung war vom vielgereisten Sullivan vorgeschlagen worden. Gilbert griff die Idee auf, obwohl er ursprünglich eine beissende Satire auf die sozalistischen Ideale und die grassierende «republikanische Gesinnung» hatte schreiben wollen. Die Stadtrepublik Venedig bot da offensichtlich den geeigneten Hintergrund, um die nach seinem Dafürhalten verfehlte «Idee der Gleichmacherei», wie sie zum Tagesdiskurs gehörte, ins Lächerliche zu ziehen: Die «republikanische Monarchie», welche die beiden Gondolieri auf Barataria errichten, und Don Alhambras grosse Arie «There lived a King» im 2. Akt sind Ausdruck davon und sollten die Absurdität dieses Unterfangens aufzeigen. Queen Victoria soll sich übrigens anlässlich einer Privataufführung auf Schloss Windsor von eben diesem Aspekt «very amused» gezeigt haben.

Auf Begehren Sullivans dagegen wurde die politisch-soziale Dimension schon während der Entstehung abgemildert; dem Komponisten war mehr an menschlicher Glaubwürdigkeit und emotionaler Tiefe der Charaktere gelegen als an holzschnittartiger Satire. Er setzte alles daran, «die Musik so licht und eingängig wie möglich» zu gestalten. So finden sich in der Partitur vielerlei Anklänge an die Musik des Südens, etwa die Gesänge der Gondo- lieri, die zwar eher neapolitanisches als venezianisches Kolorit aufweisen, oder auch die hispanischen Elemente in den Tanzsätzen. Unterstützt wird dies auch durch die
subtile Instrumentierung, beispielsweise die imitierten Gitarrenpizzicati oder die feurigen Tarantellaklänge, wie überhaupt die Orchesterfarben im ganzen Werk eine ganz besonders liebevolle und vielschichtige Ausgestaltung erfahren.

Zum lebhaften, südländischen Charakter trägt auch der Umstand bei, dass die Tempi fast durchwegs schnell und beschwingt sind. Darüber hinaus gibt es verhältnismässig viele Ensembles – Duette, Terzette, Quartette, Quintette – was sich am mediterranen Duktus des Sprechens und Gestikulierens orientiert. Auffallend dagegen ist sodann die geringe Zahl der Solonummern, die paar wenigen aber entwerfen ein stimmiges Porträt der betreffenden Figur – etwa Tessa als verträumte, Gianetta als eher kecke junge Frau, die Duchess als desillusionierte, aber auf äusseren Schein bedachte schrillige Lady – man fühlt sich fast etwas an Mozarts Schwestern aus «Così fan tutte» oder die Marzelline aus «Figaro» erinnert.
Auffallend ist die fast zwanzig Minuten dauernde Einlei- tungsszene, die nicht von Dialogen unterbrochen wird und so eine mitreissende Vitalität ausstrahlt, die sich schon in der Ouvertüre – eine der wenigen, die Sullivan komponierte – mitteilt.

Infos title=

The Gondoliers | von Gilbert und Sullivan | Regie: Paul Suter | Musikalische Leitung: Howard Griffiths/Kevin Griffiths | Premiere: 29. Dezember 2009 | Zürcher Kammerorchester | Weitere Vorstellungen bis: 10. Januar 2010

*ZUSATZVORSTELLUNG Samstag, 9. Januar 2010, 15:30 *


Weitere Beiträge auf art-tv.ch

Sieben Filme und ein Shooting Star

62. Berlinale

Sieben Filme und ein Shooting Star

Der 18-jährige Berner Max Hubacher ist eines der zehn europäischen Talente, die...

Video abspielen

Michael

Michael

Markus Schleinzers so umstrittener wie nüchterner Film über den Alltag eines Pädophilen...

Video abspielen

The Iron Lady

The Iron Lady

«Ich bin ausserordentlich geduldig, vorausgesetzt, ich kriege am Ende, was ich wollte.»...

Video abspielen

Weiterleben

Weiterleben

Die Freiheit der Gedanken und der Rede ist immer und überall auf...

Video abspielen

Mon pire cauchemar

Mon pire cauchemar

Von der Regisseurin von «Coco avant Chanel» – eine aussergewöhnliche Komödie mit...

Video abspielen

The Iron Lady

62. Berlinale

Goldener Ehrenbären für Maryl Streep

Margaret Thatcher untermauerte durch ihr Art den Spitznamen, den ihr einst Radio...

Video abspielen

The Turin Horse

Es gibt das zeitgenössische Kino und es gibt Béla Tarr, der sich...

Video abspielen

Metéora

62. Berlinale 2012 | Wettbewerb

Metéora

Auf zwei gegenüberligenden Felsen liegen zwei Klöster, die sich ganz der Enthaltsamkeit...

weiterlesen

Elles – Das bessere Leben

62. Berlinale

Elles – Das bessere Leben

Anne, eine erfolgreiche Journalistin, recherchiert für einen Artikel über das Leben von...

weiterlesen

L'enfent d'en haut

62. Berlinale

L'enfent d'en haut

Der Kinospielfilm «L`enfant d`en haut» von Regisseurin Ursula Meier nimmt am internationalen...

Video abspielen

Gottlieb Duttweiler Institut | Symposium «Kultur digital»

Gottlieb Duttweiler Institut

Symposium «Kultur digital»

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren eine eigentliche Kultur-Revolution ausgelöst. Das...

Video abspielen

Farbmühle | Gestaltungsschule

Farbmühle Luzern

Gestaltungsschule

Propädeutika, Vorkurse, Abendkurse und vieles mehr – in der Gestaltungsschule Farbmühle in...

Video abspielen


unterstützt art-tv.ch

Anzeige