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Kino | Cinco días sin Nora

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Kino | Cinco días sin Nora

Eine Frau hält ihren Ex-Mann mit allerhand Schwierigkeiten bei der Beerdigung ihrer Leiche auf Trab.

4 Filmperlen4 von 5 art-tv Filmperlen

5 = Meisterwerk | 4 = sehr gut | 3 = sehenswert | 2 = na ja | 1 = Schrott

Synopsis: José Kurtz (Fernando Lujan) und seine Ex-Frau Nora (Silvia Mariscal) sind seit 20 Jahren geschieden, wohnen aber einander gegenüber in derselben Strasse in Mexico City. Eines Tages findet José Nora tot in ihrem Bett. Ihr fünfzehnter Selbstmordversuch war erfolgreich. Doch wegen eines jüdischen Feiertages und des Selbstmordes kann Nora nicht sofort beerdigt werden, weshalb José in der Wohnung seiner Ex-Frau fünf Tage lang Totenwache hält. In dieser Zeit führen unterschiedliche religiöse Ansichten zu Spannungen zwischen dem atheistischen José, seinem jüdischen Sohn Rubén (Ari Brickman) sowie der katholischen Haushaltshilfe Fabiana (Angelina Pelaez). Allmählich entdeckt José im Rückblick seine Beziehung zu Nora neu. Stars: Fernando Lujan glänzt als bärbeissiger José Kurtz, Ari Brickman als Supersohn Rubén. Regie & Crew: Mariana Chenillo wurde 1977 in Mexico City geboren. Sie besuchte die Filmschule «Centro de Capacitación Cinematográfica», an der sie seit 2005 selbst unterrichtet. «Cinco días sin Nora» ist ihr erster Spielfilm als Regisseurin und Drehbuchautorin.

art-tv-Wertung: «Cinco días sin Nora» ist eine ebenso geschickt wie feinfühlig inszenierte Komödie, die eine ernste Geschichte mit leisem Humor erzählt. Obwohl fast die gesamte Handlung in der Wohnung der Toten spielt, wirkt der Film nie eintönig oder bedrückend. Dafür sorgen eine Reihe von hervorragend besetzten Nebenfiguren, die unerwartet auftauchen und zwischen denen sich in unterschiedlichen Konstellationen immer neue Reibungspunkte ergeben. Aus diesen Spannungen entwickelt «Cinco días sin Nora» einen feinen schwarzen Humor, der bestens unterhält. Nicht nur weil sich alles um die Leiche im Schlafzimmer dreht, ist der Tod als Thema stark präsent. Vielmehr prägt die Verstorbene die Beziehungen der Lebenden über ihren Tod hinaus, bis diese schliesslich ein Gleichgewicht finden. Mariana Chenillo setzt die Geschichte mit Aufnahmen in warmen Tönen und sanfter Musik in Szene, die den Schrecken des Todes durch ein angenehmes Gefühl der Geborgenheit vertreiben. Ein Wermutstropfen ist, dass die tieferen Gründe für die Entfremdung zwischen Nora und José sowie deren Selbstmordversuche nicht richtig geklärt werden. Fazit: «Cinco días sin Nora» überzeugt mit hervorragenden Schauspielern in geschickt konstruierten Konstellationen und viel feinsinnigem Humor.

Philipp Eberhard

Cinco días sin Nora / Komödie, Drama / Regie: Mariana Chenillo / 92 Minuten / Mexiko 2008 / mit: Enrique Arreola, Ari Brickman, Juan Carlos Colombo, Max Kerlow, Verónica Langer, Fernando Luján u.a. / Verleih: trigon-film / Kinostart: 07. Januar 2010

 

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