Kunsthaus Baselland | Gruppenausstellung
Das Kunsthaus Baselland startet das neue Jahr mit drei KünstlerInnen, die unterschiedliche künstlerische Positionen präsentieren. Vielschichtig und spannend!
© daniel bosshart
Service
Lorna Macintyre
Im Werk Macintyres gibt es ein Zusammenspiel von Skulpturen, Installationen, gefundenen Objekten aus der Natur, einfachen Alltagsgegenständen, Collagen, Prints und Fotografien. Sie arbeitet spezifisch mit dem jeweiligen Ausstellungsraum und setzt die Werke konzeptuell und inszenatorisch zueinander in Beziehung. Materialwahl und Formenvokabular sind entscheidend beeinflusst von Analogien zwischen von Menschenhand Gemachtem und dem Natürlichen, zwischen Natur und Kultur und weiteren Zwischentönen dieser Oppositionen. Inspiriert von ausgewählten Werken der Literatur, kreiert die Künstlerin immer wieder poetische Parcours, in welchen die in den Werken vorhandenen Zeichen und Symbole den Betrachter in ein Beziehungsgeflecht einspannen und ihm vermeintliche Wege aufzeigen.
Laurent Montaron
Die Ausstellung im Kunsthaus Baselland trägt den Titel “Pace”, benannt nach der gleichnamigen Filminstallation. Pace (engl. Geschwindigkeit, Schritt, Tempo…) ist eine 16mm Filmprojektion hinter einer Wand und einem Glasfenster, welche den Blick auf das pulsierende Herz eines Karpfens, gehalten in der Handfläche, zeigt. Das durch die Wand leicht gedämmte Geräusch des Projektors und das Pulsieren des vom Körper befreiten Herzen gehen eine akustische Symbiose ein; das Fenster unterstreicht einen voyeuristischen Moment im Beobachten jenes Bildes. Laurent Montaron untersucht das gleichermassen Unangenehme und Schöne, lässt jedoch offen, ob es sich hier um ein „wahres“ oder „fiktives“ Bild handelt.
Pascale Grau
Unter Tableaux Vivants wird das Nachstellen von Skulpturen und Bildern mit lebenden Personen verstanden. Diese stilistische Methode der Bildkreation, die Elemente des Theaters mit jenen der bildenden Kunst verbindet, entstand Ende des 18. Jahrhunderts und erfährt heute nebst der künstlerischen Verwendung v.a. auf diversen Festivals ein Revival. Pascale Grau führte bisher Tableaux Vivants in Myanmar (2005), in Bolivien (2006), in der Schweiz (2007) und in Karnataka/Südindien (2009) durch. Der Aspekt der unterschiedlichen Kulturen und der jeweils eigene Umgang mit Bildern und Bildtraditionen standen dabei ebenso im Fokus wie individuelle Erfahrungen der beteiligten Personen. Mit dem Prozess der Bildfindung ging die Künstlerin an jedem Ort sehr behutsam um. Für jedes neu zu erstellende Werk suchte sie die Zusammenarbeit mit KünstlerInnen und Kunstinstitutionen vor Ort. So endeten beispielsweise manche Workshops mit der Realisation eines Tableau Vivant. Die Künstlerin befragte die TeilnehmerInnen nach der Bildvorlage eines Motivs aus „ihrer Kunstgeschichte“ oder aus „ihrem kulturellen Leben“. Das in einem Prozess gefundene Bild wurde in der Folge als Tableau Vivant öffentlich aufgeführt und gefilmt. Aus dem Filmmaterial entstanden einzelne Videos, die in der Ausstellung im Kunsthaus Baselland zum ersten Mal zusammen gezeigt werden.
Lorna Macintyre | Laurent Montaron | Pascale Grau | Kunsthaus Baselland | Bis 21. März 2010.
















