Visions du Réel | Lou Reed
Lou Reed, die Legende des New-Yorker Rocks, wird seinen ersten Film «Red Shirley» persönlich als Weltpremiere in Nyon vorstellen. Seine erste dokumentarische Arbeit widmet sich dem Gesicht und der Geschichte seiner fast hundertjährigen Cousine.
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Synopsis Wenn Lou Reed, Sänger der unvergesslichen «Velvet Underground» und Schöpfer so überragender Alben wie Berlin und Transformer, sich mit 68 Jahren zum ersten Mal hinter die Kamera begibt, könnte man meinen, er würde sich mit der Auslotung seines musikalischen Universums befassen. Weit gefehlt! Seine erste dokumentarische Arbeit widmet sich etwa anderem: dem Gesicht und der Geschichte seiner fast hundertjährigen Cousine.
Neben ihr sitzend – manchmal auch kniend – flüstert Lou Reed ihr seine Fragen ins müde Ohr und wird, unterstützt von Ralph Gibson, Zeuge eines unglaublichen Schicksals. Während er wie ein Kind über Shirleys wechselhaftes Leben staunt, über ihre so absurden, offenherzigen oder verärgerten Antworten lacht, immer wieder nachfragt, um sich zu vergewissern, entsteht ein von Fotos umrahmtes, liebevolles und bewegendes Porträt.
Zunächst geht es um die Strapazen zweier Weltkriege und den Verlust ihrer Familie, «um die sich Hitler gekümmert hat», doch dann nimmt Shirleys Geschichte eine unerwartete Wendung. 1938 verlässt sie im Alter von 19 Jahren Polen, geht mit lediglich zwei Koffern und ein paar Dollar in der Tasche nach Montreal – wo sie in sechs Monaten zwar kein Französisch aber das Mandolinenspiel erlernt ! – und setzt sich schliesslich heimlich, versteckt unter einer Lastwagenplane, nach New York ab. Dort wird sie Schneiderin und kämpft für die Lohnforderungen der Arbeiter – daher ihr Spitzname Red Shirley, dem der Film seinen Titel verdankt. Ein unerhörtes Beispiel weiblicher Emanzipation!

















