Visions du Réel | Tracey Emin
Die Kunst der umstrittenen britischen Künstlerin Tracey Emin handelt davon, mit wem sie geschlafen hat oder wie sie eine Abtreibung erlebt hat. Sie vertraut Visions du Réel ihre Videoaufnahmen an, sehr persönliche und provokante Arbeiten.
© art-tv.ch
Service
Die Künstlerin Tracey Emin (*1963) gehört zu den international erfolgreichen britischen Künstlern der Gegenwart. Bekannt geworden im Umfeld der Young British Artists (YBA), erzielte sie mit kompromisslos persönlichen Werken, in denen sie ihre sexuelle Vergangenheit, ihre fehlende Schulbildung sowie ihre Drogenaffi nität thematisierte, notorische Berühmtheit.
1999 wurde Tracey Emin für den Turner Prize nominiert, den sie mit der skandalösen Arbeit My Bed (1998) zwar nicht errang, dafür aber vom Sammler Charles Saatchi sowie einem grösseren Fernsehpublikum entdeckt wurde. Ihr offizieller Länderbeitrag für Grossbritannien an der Biennale Venedig 2007 gab Gelegenheit, aktuelle und ältere Werke in Gegenüberstellung zu erleben und durch den Dunst von Glamour und persönlicher Tragik, welche den Star Tracey Emin umgeben, hindurchzuschauen.
Emins Kunst handelt von Beziehungsproblemen, Exzessen, Alkoholsucht und Depression. Sie benutzt sich selbst als Quelle ihrer Kunst – ein Ansatz, den der Begründer des Action-Painting Jackson Pollock einst mit den Worten thematisierte: “Jeder gute Künstler malt was er ist”. Ihr Werk “Everyone I have ever slept with”, das bei einem Brand vernichtet wurde, bestand aus einem Zelt, in dem sie die Namen all ihrer Liebhaber von 1963 bis 1995 in monatelanger Arbeit gestickt hatte. Einige Stoffapplikationen schnitt sie aus ihren eigenen Kleidern und Decken aus. Es ging ihr dabei jedoch nicht um das Zurschaustellen der eigenen sexuellen Aktivität: “Die Leute betraten das Zelt und als sie wieder raus kamen, dachten sie an alle Menschen, mit denen sie geschlafen hatten oder denen sie nahe waren. Das war die Art, wie das Zelt funktionierte.”
Das Kunstmuseum Bern widmete im März 2009 Emin eine Retrospektive über ihr Werk der letzten zwei Jahrzehnte. Die Ausstellung zeigte fahnengroße, mit Parolen verzierte Teppich-Stickereien, Malerei, Videos und Installationen, sowie das bekannte Bett. Ob es der Konzeptkunst zuzuordnen sei oder doch eher der „Persönliche Mythologien“ Richtung bleibt umstritten.
Reprocessing Reality – Tracy Emin in Nyon Ihr Werk provoziert, begeistert, eckt an, lässt niemanden kalt! Es besteht aus Wandteppichen, Neonarbeiten, kühnen Installationen… und Videos. Tracey Emin vertraut Visions du Réel ihre Videoaufnahmen an, die erstmals als Gesamtschau zu sehen sind. Mit Spannung darf der Auftritt der Künstlerin an der Diskussionsrunde in Nyon mit Vorführung ihrer Schlüsselwerke erwartet werden.
Visions du Réel | Sa, 17. April | 19:30 Uhr | World-Dreams Capitole 1 Leone
Die Diskussion wir co-moderiert von Kathleen Bühler, Kuratorin Abteilung Gegenwart, Kunstmuseum Bern
Videos: Burning Up, 6’ – Things Are Much Better Now, 16’ – The Interview, 15’ – Why I Never Became a Dancer, 6’ – No Love You Are Not Alone, 3’ – Sperm, 3’ – I Don’t Think So, 7’ – Those Who Suffer Love, 3’
Andere Videos in der Retrospektive:
Visions du Réel | Fr, 16. April | 20 Uhr | Salle de la Colombière
The Crystal Ship, 4’ – Finding Gold, 2’ – Niagra, 2’ – Riding for a Fall, 3’ – Love is a Strange Thing, 2’ – Emin & Emin Cyprus 1996, 4’ – Conversation with My Mum, 33’ – Hard Love, 7’
Visions du Réel | Mo, 19. April | 16 Uhr | Salle de la Colombière
Tracey Emin’s CV Cunt Vernacular, 9’ – How It Feels, 24’ – The Shop (Why carry a Hoover), 16’ – Reading Keys, 6’
» Webseite von Tracey Emin | » Visions du Réel | Reprocessing Reality

















