Visions du Réel | La Danse
«La Danse, The Paris Opera Ballet» von Frederick Wiseman ist eine Reise Mitten ins Herz des Ballettes der Paris Oper. Leidenschaftlich, sinnlich, wunderbar...
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Synopsis In einem Gespräch mit einem Choreografen zitiert Brigitte Lefèvre, künstlerische Leiterin des Pariser Opernballetts, die Äusserung Maurice Béjarts, eine Tänzerin sei «halb Nonne, halb Boxerin». In der Tat ist es das paradoxe Zusammenspiel beinahe überirdischer Anmut und hart erkämpfter athletischer Spitzenleistung, die «La Danse, The Paris Opera Ballet» zu einem atemberaubenden Filmerlebnis machen.
Wertung Wie bereits in Ballet bilden ausführliche Probesequenzen und Aufführungsausschnitte moderner und klassischer Stücke den Kern eines Diskurses über Lernprozess und Hingabe und wie «La Comédie française» ou «L’Amour» joué fragt auch Frederick Wisemans jüngstes Werk nach jener Magie, die aus mondänem Alltag verklärende künstlerische Emotion entspringen lässt. Dabei bleibt der Filmemacher auch in seinem 38. Film seinem zum Markenzeichen ausgereiften Stil des puren, dramatischen Direct Cinema treu. Seine ungesehene Kamera streift gleichermassen durch Verwaltungsbüros, Kostümateliers und Technikerlogen, stellt die Vielseitigkeit und Intensität der Aktivitäten dar, die für das Funktionieren des Unternehmens unentbehrlich sind. Nebst alledem offenbart sich auch eine grosse Liebe zum fotogenen Gebäude der Pariser Oper. Zwischen Kellergeschossen und Dachterrassen, verbunden durch gewundene Treppen und lange Korridore, welche in die lichtdurchfluteten verspiegelten Probesäle führen, teilt Wiseman mit uns den Blick eines alterslosen stummen Hausgeistes, der sich von der lebendigen Tradition einer geschichtsträchtigen Einrichtung nährt.

















