Visions du Réel | Jaffa, The Orange's Clockwork
Von der Hafenstadt Jaffa zum Markenprodukt, der Organge. Der Filmemacher Eyal Silvan studiert mit diesem Fokus in «Jaffa, The Orange's Clockwork» den Konflikt zwischen Israel und Palästina.
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Synopsis Wer kennt sie nicht, die Jaffa-Orange. Über Generationen war sie positiv konnotiert: lecker, gesund und weltberühmt. Ende der 50er Jahre posierten Stars wie Ingrid Bergman und Louis Armstrong mit der Orange – Jaffa war das Coca-Cola der Zitrusfrüchte. Jaffa ist aber auch eine der ältesten Hafenstädte der Welt und zählte im 19. Jahrhundert zu den florierendsten Orten im arabischen Raum, insbesondere Orangen wurden hier kultiviert und verschifft. In Jaffa, The Orange’s Clockwork bedient sich Eyal Sivan dem geschichtsträchtigen Symbol der Orange als Parabel für eine Entdeckungsreise in den konfliktreichen Nahen Osten. Anhand von spannendem Archivmaterial und Experteninterviews dekonstruiert der israelische Regisseur zionistische Mythen. Diverse israelische und palästinensische Dichter, Maler, Kunsthistoriker, Werber, Politiker, Manager der Zitrus-Branche und palästinensische Bauern, die auf den Jaffa-Plantagen gearbeitet haben, analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Entwicklung der Orangen-Industrie und des Israel-Palästina-Konflikts. Fotos aus den 1840er Jahren, Newsreels der britischen Mandatszeit, zionistische Propagandafilme und amüsante internationale Werbespots werden geschickt dazwischen montiert: Zionistische Jugendliche pflücken freudig Orangen, ein Palästinenser erinnert sich sehnsüchtig an den frischen Duft der Haine, als Juden und Araber noch gemeinsam Hand anlegten. Heute arbeiten vorwiegend Thailänder auf den Plantagen und die Stadt Jaffa gehört zu Tel Aviv. Das orange Gold als Symbol der Hoffnung wurde zur Metapher für eine verfeindete Welt.
Wertung Eyal Sivan porträtiert anhand von Archivmaterial die wechselvolle Geschichte der einst bedeutenden palästinensischen Jaffa-Orangenplantagen im Süden von Tel Aviv sowie ihre Enteignung im Zuge der israelischen Okkupation. Der Regisseur demontiert dabei zionistische Mythen und wirft einen kritischen Blick auf den aktuellen Nahost-Konflikt.
Visions du Réel | Sa, 17. April 2010 | 13:30 Uhr | Salle de la Colombière
Regisseur: Eyal Sivan
Deutschland/Israel | 2009 | 89'

















