Visions du Réel | Byond This Place
"Stoned for 40 Years" betitelt Cloud Rock La Belle sein Leben. Er war ein Hippie-Pionier auf Maui und wurde zur Ikone für seinen alternativen Lebensstil. Nun macht sein Sohn einen Film über ihn. «Beyond this Place» erforscht das Vater-Sohn-Verhältnis, die besondere Verbindung, die zu gleichen Teilen Liebe, Akzeptanz, Frustration und Missverständnis kombiniert.
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Synopsis Dies ist die Geschichte einer Verfolgungsjagd von zwei Radfahrern zweier Generationen. Sie haben sich zu einer gemeinsamen Fahrt entschlossen, um sich sportlich zu messen, indem immer einer vor dem andern fährt. Die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten ist fragil, obwohl es sich um Vater und Sohn handelt. Der Sohn ist ein Schweizer Filmemacher, der Vater lebt seit 40 Jahren in einem psychedelischen Universum, das er mit Pillencocktails, Hasch, halluzinogenen Pilzen und anderen Drogen belebt.
Es ist die kindliche und cinematografische Ambition von «Beyond this Place», diese Begegnung nach dreissig Jahren Trennung in ihrer ganzen Direktheit zu filmen. Cloud Rock, so der Name des Vaters, hatte viele Jahre als Hippie auf einer paradiesischen Insel gelebt, bevor er sich in einem selbstgezimmerten Haus in einem Vorort von Portland, Oregon, niederliess. In dieser hedonistischen Existenz hat es keinen Platz für elterliche Verantwortung, «but I love you», sagt der Vater zum Sohn. Kann das Kino diese vom Cineasten empfundene affektive Leere füllen? Jedenfalls bietet es die Plattform für einen Familienroman.
Wertung Beyond this Place ist Ausdruck einer hohen ästhetischen Qualität. Die Bilder sind geprägt vom Rhythmus der Fahrradreise, von Wetter – es ist manchmal sehr kalt -, Licht und den sich im Wind wiegenden Bäumen. Sie skizzieren subtile Metaphern der Gefühle der beiden Männer, ihre seelische Verfassung durch Dialoge und die beharrliche Befragung des «Hippiegenerals», wie ihn ein alter Freund liebevoll nennt. Ihre sanften, zurückhaltenden Stimmen, die Präsenz einiger Figuren wie Kaleos Halbbruder, liebenswerter phantomhafter Reisebegleiter, die Mutter. Auch die gedehnten Gitarrenklänge sind Teil dieses sowohl ergreifenden als auch fremden Universums. Das Filmende ist wie es sein muss, ein Happy End. Kaleo und Cloud Rock treffen sich in einer einzigen und einmaligen Aufnahme. Aber was für eine! Im Hintergrund ein See, auf dessen Oberfläche Spuren einer Naturkatastrophe, vor 30 Jahren stattgefunden, auftauchen. Kaleo La Belle signiert diesen inspirierten, gelungenen Film, den er nicht zuletzt seinem Vater verdankt.
Visions du Réel | Mo, 19. April 2010 | 20:00 Uhr | Salle Communale
Wiederholung | Mi, 21. April 2010 | 09:00 Uhr | Capitole 1 Leone
Regie: Kaleo La Belle
Schweiz/Deutschland | 2009 | 92'

















