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Pardo 2010 | Ernst Lubitsch Retrospektive

Der Lubitsch-Touch ist legendär:Witzig, ironisch, charmant, leichtfüssig, immer wieder auch anzüglich... Am Filmfestival in Locarno wird Ernst Lubitsch mit einer umfassenden Retrospektive geehrt.

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Am Festival del film Locarno sind dieses Jahr alle noch erhaltenen Filme im 35-mm-Format, alles in allem 50 Filme mit und von Lubitsch zu sehen.

Lubitsch als Schauspieler Neben Hollywood-Klassikern zeigt die Retrospektive auch Stummfilme aus Lubitschs Anfängen als Schauspieler. In «Der Stolz der Firma» (1914) ist Lubitsch in seiner ersten Hauptrolle überhaupt zu sehen. Dass Lubitsch nicht Schauspieler blieb, schrieb er selber dem Krieg zu und dem Umstand, dass er keine Rollenangebote mehr bekam. So begann er selber Einakter zu schreiben und inszenierte sie auch gleich selber.

Lubitsch als Filmemacher Nach dem Ende des 1. Weltkriegs begann Lubitschs Aufstieg zum Starregisseur. Er drehte Filme mit Pola Negri, Emil Jannings, Asta Nielsen und den anderen Filmgrössen jener Zeit. Sein Ruf als erfolgreicher Regisseur drang auch in die USA. 1922 reiste Lubitsch nach Hollywood, um einen Film mit Mary Pickford zu drehen. Was wahrscheinlich nur ein Gastspiel sein sollte, wurde zum endgültigen Abschied von Deutschland. Ernst Lubitsch knüpfte auch in Hollywood nahtlos an seine Erfolge in Deutschland an. Sein Name wurde in einem Atemzug genannt mit Cecil B. DeMille, D.W. Griffith, Charles Chaplin oder Erich von Stroheim. Im Gegensatz zu andern Kollegen bereitete es Lubitsch auch wenig Mühe, vom Stumm- auf den Tonfilm umzustellen. Lubitsch drehte eine Reihe operettenhafter Musicals mit Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald. Aus den späten 1930er- und frühen 1940er-Jahren stammen schliesslich die Klassiker von Lubitsch:«Ninotschka», «The Shop Around the Corner», «To Be or Not To Be».

Keine Lubitsch-Filme mehr
1947 entstand Lubitschs letzter Film «That Lady in Ermine», den er aber nicht vollenden konnte. Lubitsch starb am 30. November an einem Herzinfarkt. An seiner Beerdigung soll Regisseur Billy Wilder gesagt haben: «Kein Lubitsch mehr». Worauf Wilders Kollege William Wyler erwiderte: «Schlimmer noch: Keine Lubitsch-Filme mehr».

Synopsis «To be or not to be – Sein oder Nichtsein»: Polen, 1939. Am Warschauer Theater studiert das Ensemble ein komödiantisches Bühnenstück ein, das sich über Nazi-Deutschland lustig macht. Dann aber wird die Aufführung von der Regierung verboten. Statt der Nazi-Farce soll die Truppe unter Leitung des renommierten Schauspieler-Ehepaars Joseph (Jack Benny) und Maria Tura (Carole Lombard) erneut Shakespeares “Hamlet” ins Programm nehmen. Für Joseph Tura ist der Hamlet die Rolle seines Lebens. Umso unbegreiflicher ist es ihm, weshalb jedes Mal, wenn er zu seinem großen Monolog über “Sein oder Nichtsein” ansetzt, ein junger Leutnant demonstrativ den Zuschauerraum verlässt. Tura ahnt ja nicht, dass dieser Leutnant Sobinski (Robert Stack) ein heimlicher Verehrer seiner Frau ist – und dass er diese immer dann in der Garderobe trifft, wenn Joseph seinen Monolog beginnt! Dann marschieren die deutschen Truppen in Polen ein. Während Sobinski nach England entkommt, schließt sich das Ensemble der Widerstandsbewegung an. In London lernt Sobinski den berühmten Professor Siletsky (Stanley Ridges) kennen, der behauptet, als polnischer Widerstandskämpfer nach Warschau unterwegs zu sein. Erst nachdem der gutgläubige Sobinski und seine Kameraden dem Professor die Namen zahlreicher Widerstandskämpfer gegeben haben, erfahren sie, dass Siletsky in Wahrheit ein Nazi-Spion ist. Um seine Freunde zu warnen, reist Sobinski zurück nach Polen. Er kann zwar nicht verhindern, dass Siletsky sich bei Maria Tura als vermeintlicher Theateragent vorstellt – doch mit List und Witz gelingt es den Schauspielern, den heimtückischen Spion in die Falle zu locken. Durch das geplante Gestapo-Theaterstück bestens mit hochrangigen Nazi-Unformen ausgestattet, führt das Ensemble fortan eine waghalsige Maskerade auf. Keine Frage, dass es dabei zu aberwitzigen Konfrontationen und Verwicklungen kommt, bei denen kaum noch jemand durchschaut, wer nun ein “echter” und wer ein “falscher” Nazi ist. Die größte Herausforderung steht Joseph Tura und seinen Leuten allerdings erst noch bevor: Adolf Hitler, der auf Staatsbesuchs in Warschau weilt, höchstpersönlich hinters Licht zu führen und mit dem gekaperten Flugzeug des “Führers” aus Polen zu fliehen…

«To be or not to be – Sein oder Nichtsein» (auch: Sein oder Nichtsein – Heil Hamlet!) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1942. Die Komödie inszenierte Ernst Lubitsch nach dem Text «Noch ist Polen nicht verloren» von Melchior Lengyel.

Infos title=

Piazza Grande | «To be or not to be – Sein oder Nichtsein» | Donnerstag, 12. August | 23 Uhr (nach dem Hauptfilm)
Die weiteren Filme der Retrospektive sind im Programm von Pardo 2010 zu finden.


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