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Pardo 2010 | Ehrenleopard an Alain Tanner

Der Schweizer Regisseur Alain Tanner erhält am 63. Filmfestival Locarno einen Swisscom Ehrenleoparden. Nach Jean-Luc Godard (1995) und Daniel Schmid (1999) ist Alain Tanner der dritte Schweizer Regisseur, der diesen Preis erhält.

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Der 1929 in Genf geborene Alain Tanner drehte 1969 mit Charles mort ou vif seinen ersten Kinofilm, der auf Anhieb den Goldenen Leoparden am Festival Locarno gewann. Zwei Jahre später verbuchte La Salamandre (1971) 200'000 Eintritte in Paris. Alain Tanner wurde zu einer der Hauptfiguren des Neuen Schweizer Films, dessen Frische und Freiheitsdrang weit über die Landesgrenzen hinausstrahlten. Neben seinen zahlreichen Dokumentarfilmen für Fernsehen und Kino hat Alain Tanner 19 Spielfilme gedreht, die an den bedeutendsten internationalen Filmfestivals zu sehen waren. Darunter Jonas qui aura 25 ans en l’an 2000 (1976), Dans la ville blanche (1983), Les années lumière (1981, Grand Prix der Jury in Cannes), Une flamme dans mon coeur (1987), Fourbi (1996) und Paul s’en va (2004), mit dem er sich vom Film verabschiedete. «Ich freue mich, in Locarno diesen renommierten Preis in Empfang zu nehmen», sagt Alain Tanner. «Ich fühle mich mit dem Festival, das ich stets unterstützt habe und an dem mir viel gelegen ist, eng verbunden». Olivier Père, der künstlerische Leiter des Festivals, kommentiert die Wahl des Preisträgers: «Dieser Preis würdigt eine Filmographie, die sich durch eine selten zu findende Unabhängigkeit und Intelligenz auszeichnet. Alain Tanners Filme sind kritische Zeitzeugnisse und wagen sich auch in die Domänen des Traums, der Poesie, des Verlangens und der Revolte. Seine von Utopien und imaginären oder realen Reisen geprägten Filme gehören zu den weltweit schönsten der «nouveaux cinémas» und haben mehrere Zuschauergenerationen stark beeinflusst».

Der Ehrenleopard des Festivals Locarno ehrt jedes Jahr einen oder mehrere bedeutende Filmregisseure. Ausgezeichnet wurden bisher neben anderen Manoel de Oliveira, Ken Loach, Ermanno Olmi, Abbas Kiarostami, Wim Wenders, Aleksandr Sokurov, Hou Hsiaohsien, Amos Gitai sowie 2009 William Friedkin. Swisscom ist seit 1998 Hauptsponsor des Filmfestivals Locarno und unterstützt die
Verleihung des Ehrenleoparden 2010 zum zweiten Mal. (Pressemitteilung)

Synopsis In «Jonas qui aura 25 ans en l’an 2000» beschreibt Alain Tanner auf tragikomische Weise das Lebensgefühl von Vertretern der Generation, aus der die Rebellen der späten Sechzigerjahre kamen. Vier Männer und vier Frauen gründen eine Kommune auf einem Bauernhof bei Genf. Trotz immenser Verschiedenheit, ist ihnen ein heftiges Missvergnügen an der Gegenwart gemeinsam. So setzen sie alles auf einen ungeborenen Sohn, der Jonas heissen soll. Wenigstens er, so hoffen alle, soll in 25 Jahren in ein besseres Jahrtausend hineinwachsen.

Infos title=

Alain Tanner:
10|8 – 18.30 Uhr | Dans la ville blanche | Fevi
11|8 – 10.30 Uhr | Masterclass/Gespräch mit Alain Tanner | Spazio Cinema
11|8 – 14 Uhr | Jonas qui qura 25 ans en l'ans 2000 | Rialto 1
12|8 – 14 Uhr | Les années lumière | Rialto 1
14|8 – 9 Uhr | Paul s'en va | Rialto 3


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