46. Solothurner Filmtage | Die Anfänge
«Die Anfänge der Solothurner Filmtage», ein Film von Heidi Hiltebrand, beleuchtet die turbulente Geschichte der Solothurner Filmtage. Er ist Teil des Forschungsprojekts Cinémémoire.ch
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Radikalere Töne
Die Solothurner Filmtage sind seit 1966 Treff- und Angelpunkt des Schweizer Filmschaffens. Besonders die ersten Jahre waren von einer Aufbruchstimmung und mitunter leidenschaftlichen ästhetischen und weltanschaulichen Debatten geprägt. Nicht wenige «Jungfilmer» begannen zu filmen, weil es Solothurn gab. Innerhalb von fünf Jahren (1966–1970) verdreifachte sich die freie Filmproduktion. Einig war man sich in der Ablehnung von «Papas Kino» und im Wunsch nach neuen persönlicheren, radikaleren filmischen Tönen. Fredi M. Murer, Alexander J. Seiler, Renato Berta, Hans-Ulrich Schlumpf oder Franz Ulrich erzählen in «Die Anfänge der Solothurner Filmtage» facettenreich aus dieser turbulenten Zeit.
Erinnerte Schweizer Filmgeschichte
Hiltebrands Film ist einer von insgesamt drei Kurzfilmen. Ebenfalls gezeigt wurden: «Als der Funke übersprang: Einstieg in den Film» von Annette Brütsch sowie «Dällebach Kari» von Franziska Schlienger. Alle drei Filmprojekte beruhen auf einem Forschungsprojekt der ZHdK unter der Leitung von Thomas Schärer. Die Kurzfilme lassen die Erinnerungen anschaulich und lebendig werden. Sie sind aber nur ein kleiner Teil des gesammelten Materials. Das vom Schweizer Nationalfonds finanzierte Projekt vereinigt über 120 Stunden digitales Filmmaterial. Der Filmwissenschaftler Schärer befragte über vierzig Berufsleute, die in den Sechziger und Siebziger Jahren Filme drehten. Sie erzählen von Dreharbeiten, Glücks- und Frustmomenten – ein Sammelsurium voller persönlicher Geschichten. Das daraus entstandene Archiv bietet auch Kennern des Schweizer Films unzählige neue Informationen. Alle bisher geführten Gespräche werden in der Cinémathèque suisse zugänglich sein. Zum Projekt ist zusätzlich ein Buch in Vorbereitung.
CINÉMÉMOIRE.CH | EINE ORAL HISTORY DES SCHWEIZER FILMS
«Als der Funke übersprang: Einstieg in den Film» von Annette Brütsch, 15 Minuten
«Dällebach Kari» von Franziska Schlienger, 24 Minuten
«Die Anfänge der Solothurner Filmtage» von Heidi Hiltebrand, 32 Minuten.
Gezeigt wurden die Filme an den 46. Solothurner Filmtagen

















