GAMBIT (Regie: Sabine Gisiger / mit: Jörg Sambeth, Caroline Sambeth, Birgit Sambeth Glasner, Ulrich DSambeth u.a. l Schweiz l 107 min l Start: 6.10.05)
Synopsis:Unter einem Gambit versteht man beim Schachspiel eine Eröffnung, bei der ein Bauer für eine meist taktisch, manchmal auch strategisch bessere Stellung ganz bewusst geopfert wird. Ähnlich erging es Jörg Sambeth, der 1976 technischer Direktor der Givaudan war, die zum Schweizer Chemiekonzern Hoffmann La-Roche gehörte. Givaudan wiederum war zuständig für die kleine, verlotterte norditalienische Chemiefabrik Icmesa, in der es zu einer Explosion kam. Eine verheerende Dioxinkatastrophe verätzte insbesondere Kindern die Haut, die Bevölkerung musste evakuiert werden, 77'000 Tiere verendeten. Der Mutterkonzern verheimlichte, verniedlichte, vertuschte. Das übliche Spiel! Grotesk wurde die Sache als die Dioxinfässer spurlos verschwanden. Später beteuerte Roche, diese gefunden und vernichtet zu haben. Doch auch da gibt es Zweifler. Sind die echten Fässer noch heute in der ehemaligen DDR versteckt?
Kritik: Sabine Gisiger hat mit Gambit ein wichtiges Stück Schweizer Industriegeschichte inhaltlich intelligent und filmisch gekonnt aufgearbeitet ohne dabei zu werten. Das ist zwar redlich und fair, über lange Strecken aber auch etwas spannungslos. Das heutige Firmenmanagement hat sich der Regisseurin verweigert. Gambit ist zudem als Dokumentation in Kinolänge zu ausschweifend. Fazit: Gestrafft ein toller Dokfilm für’s Fernsehen! (FS) >Interview starten 7 von 10 art-tv Filmperlen
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