Historisches Museum Basel | Zur Geschichte der Fremdenpolizei

«Magnet Basel – Bewilligt. Geduldet. Abgewiesen.» | Historisches Museum Basel | Bis 1. Oktober 2017.

Historisches Museum Basel | Zur Geschichte der Fremdenpolizei

Weltweit ist umstritten, wer einreisen darf, wer auswandern kann, wer erwünscht und wer unerwünscht ist. «Magnet Basel» zeigt fünf Ausstellungen rund um die Migrationsgeschichte im Dreiländereck. Ausgewählte Dossiers der Fremdenpolizei sind erstmals öffentlich zugänglich.

Hundert Jahre Migrationsgeschichte
Seit 1917 prüfte eine zur heutigen Abteilung Einwohnerdienste gehörende Behörde die Gesuche von einreisenden Personen ausländischer Herkunft. In ihren Akten ist dokumentiert, wer einreisen wollte, wo diese Menschen arbeiteten, warum ihnen Aufenthalt gewährt wurde oder nicht. 500'000 Dossiers der kantonalen Fremdenpolizei lagern im Staatsarchiv Basel-Stadt. Die Falldossiers wiederspiegeln ein Jahrhundert Migrationsgeschichte mit Krisen, Kriegen, Konjunkturen, regionalen Besonderheiten und ganz persönlichen Schicksalen. Sichtbar werden darin auch das Funktionieren von Behörden, kollektive Überfremdungsängste und individuelle Engagements.

Ein Kilometer menschliche Schicksale
Der Archivbestand «PD-REG 3 Kontrollbüro/Kantonale Fremdenpolizei/Einwohnerdienste, Abteilung Internationale Kundschaft» im Staatsarchiv Basel-Stadt umfasst den Zeitraum von ca. 1912 bis 2004. Sein Umfang beträgt knapp 1200 Laufmeter. Der Bestand enthält hauptsächlich Personendossiers, aber auch Sachdossiers. Publikationen speziell zur Geschichte der kantonalen Fremdenpolizei gibt es bislang keine. Es existieren hingegen einzelne Studien zur Flüchtlingspolitik des Zweiten Weltkrieges, zur Einbürgerungspolitik etc.

Wie die Akten enstanden und überliefert wurden
Die Fremdenpolizei Basel-Stadt prüfte im Auftrag des Bundes alle Gesuche von Antragsstellenden. Es wurden Dossiers angelegt, zuerst mit den Eckdaten der jeweiligen Personen; dazu kamen dann weitere Aktenstücke, Briefwechsel zwischen den zuständigen Beamten und den Antragsstellenden oder anderen Behörden. Geschlossen wurde ein Dossier immer dann, wenn eine Person Bürgerin oder Bürger der Stadt Basel wurde, die Schweiz verliess oder hier starb. Hin und wieder wurden von der Fremdenpolizei auch Dossiers vernichtet. Nach welchem System ist heute nicht mehr zu klären. Die basel-städtischen Behörden gingen dabei zurückhaltend vor. Deshalb ist im Staatsarchiv Basel-Stadt – im Vergleich mit anderen Kantonen und Staatsarchiven – ein relativ kontinuierlicher und umfassender Aktenbestand erhalten geblieben. Als die Fremdenpolizei die Unterlagen nicht mehr benötigte, wurden sie fast vollumfänglich ins Staatsarchiv übernommen.

Infos

«Magnet Basel – Bewilligt. Geduldet. Abgewiesen.» | Historisches Museum Basel | Bis 1. Oktober 2017.


Sehen Sie auch

Bodensee | Verein Rheinschauen I Neue Ausstellung und Rheinbähnle
Rhy Art Fair Basel 2017
Kulturpreis Basel-Landschaft | Samuel Leuenberger

Weitere Beiträge auf art-tv.ch

IG Halle | OUT OF THE BLUE

IG Halle | OUT OF THE BLUE

Der Verein IG Halle feiert mit dieser Ausstellung sein 25-jähriges Jubliäum. «Out...

Biennale Kulturort Weiertal | Refugium

Biennale Kulturort Weiertal | Refugium

Wer darf drinnen sein - und wer nicht? Der Kulturort Weitertal sorgt...

Naturama Aargau | Apfel | Eine Sonderausstellung | Königsfrucht mit metaphorischer Bedeutung

Naturama Aargau | Apfel | Eine Sonderausstellung | Königsfrucht mit metaphorischer Bedeutung

Beiss nicht gleich in jeden Apfel, denn der Apfel ist mehr als...

Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona | Roswitha Gobbo

Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona | Roswitha Gobbo

Die Künstlerin Roswitha Gobbo (*1989) zeigt in den Kabinetträumen eine eigens auf...

NIFF 2017

NIFF 2017

Das 17. Neuchâtel International Fantastic Film Festival NIFF präsentiert sich im Zeichen...

Seebühne Walenstadt | Saturday Night Fever

Seebühne Walenstadt | Saturday Night Fever

Mit der Aufführung des Tanzmusicals «Saturday Night Fever» und den Hits der...

Kunsthalle Luzern | Warum erlaubt uns die Natur die Augen zu schliessen? | Maria Arnold

Kunsthalle Luzern | Warum erlaubt uns die Natur die Augen zu schliessen? | Maria Arnold

«Warum erlaubt uns die Natur die Augen zu schliessen?» - Die Luzerner...

Stiftung Erbprozent Kultur | Erste Vergabefeier

Stiftung Erbprozent Kultur | Erste Vergabefeier

Die Stiftung Erbprozent Kultur hat erstmals Beiträge gesprochen: Der Tonverein Bad Bonn,...

Kulturpreis Basel-Landschaft | Samuel Leuenberger

Kulturpreis Basel-Landschaft | Samuel Leuenberger

Der Baselbieter Samuel Leuenberger (*1974, Birsfelden) zählt zu den innovativsten Kuratoren, welche...

Kunstmuseum Bern | Ursula Palla

Kunstmuseum Bern | Ursula Palla

Ursula Pallas Installation «Black Flowers» nimmt Bezug auf die Blumenrevolutionen in Portugal,...

Kulturpreis Basel-Landschaft | Dominik Muheim

Kulturpreis Basel-Landschaft | Dominik Muheim

Dominik Muheim gewann als erster Slam-Poet überhaupt sowohl das Team- als auch...

Kunstpreis Basel-Landschaft | Andrea Wolfensberger

Kunstpreis Basel-Landschaft | Andrea Wolfensberger

Die Werke von Andrea Wolfensberger zeugen von einer grossen Faszination für Materialien...


Partner

unterstützt art-tv.ch

Anzeige