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Argentinische Literaturtage Zofingen
15. bis 17. Oktober 2010

Literaturtage Zofingen | Vorschau

Der Auftritt Argentiniens als Ehrengast an der Frankfurter Buchmesse wird vom 15. bis 17. Oktober 2010 auch in Zofingen mitzuerleben sein. Die Autorin Ángela Pradelli hat Zofingen einen Vorausbesuch abgestattet. art-tv.ch hat sie begleitet.

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Die Stadt Zofingen profiliert sich als Literaturstadt. Sie richtet Ende Oktober jährlich ein Literaturfestival aus. Dieses knüpft zeitlich unmittelbar an die Frankfurter Buchmesse an und konzentriert sich auf die dort geführte Auseinandersetzung mit der Literatur des jeweiligen Gastlands. Zofingen wird zum Spiegel der Frankfurter Buchmesse in der Schweiz – nicht was die Fachmesse für Verlage anbetrifft, sondern was die Möglichkeiten des literarischen Austausches mit dem Gastland, seinen Autoren und Übersetzern angeht.

Ziel der Zofinger Veranstaltungsreihe ist die Annäherung an Kulturräume, die dem hiesigen Publikum oft wenig bekannt sind. Die daraus resultierenden Impulse befruchten auch die schweizerischen kulturellen Beziehungen zum jeweiligen Gastland, dieses Jahr ist es Argentinien.

1810, also vor genau 200 Jahren, erlangte Argentinien die Unabhängigkeit. Es war seit dem 19. Jahrhundert ein ausgeprägtes Einwanderungsland: Italiener, Deutsche, aber auch Schweizer fanden eine neue Heimat. Die Literatur des 19. Jahrhunderts war geprägt von der Identitätssuche des jungen Landes, im Spannungsfeld von äusserem europäischem Einfluss und eigener Kultur, die in der Gaucho-Literatur ihren Ausdruck fand. Der Gaucho ist die argentinische Form des Cowboys, der Prototyp des freiheitsliebenden Helden.?Doch wurde die argentinische Kultur zunehmend urban. Kosmopolitismus und Avantgarde prägten sie. Nebst Borges sind auch Autoren wie Cortázar und Sábato zu erwähnen sowie Victoria Ocampo mit der berühmten Zeitschrift Sur.?Die politische Entwicklung, im speziellen der Peronismus, aber auch der Terror des Militärregimes der 1970er Jahre, haben die Literatur der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts stark beeinflusst. Verschiedene Autoren gehören auch zu den «Verschwundenen» des Regimes, so Rodolfo Walsh. Aber auch Pop- und Massenkultur sind in modernen Werken spürbar, beispielsweise bei Manuel Puig.?Argentinien selber und die Aufarbeitung seiner neusten Geschichte prägen die Literatur der letzten 20 Jahre.

Eine der nach Zofingen eingeladenen Autorinnen ist Ángela Pradelli, geboren 1959 in Buenos Aires. Sie ist auch Journalistin und Dozentin. Bisher sind vier Romane – darunter der preisgekrönte «El lugar del padre» (2004) -, ein Gedichtband und ein Lektürebuch von ihr erschienen. Pradelli schreibt regelmässig für die Tageszeitungen Clarín und Página/12. Im September und Oktober 2010 weilt sie auf Einladung der Pro Helvetia in Genf und schreibt Gastkolumnen für die Zeitung «La Liberté».

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Argentinische Literaturtage Zofingen
15. bis 17. Oktober 2010


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