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Claude Goretta | Pardo alla carriera | 64. Festival del film Locarno

L’INVITATION (Die Einladung) von Claude Goretta
Schweiz/Frankreich – 1973 – 100 Min.
mit Jean-Luc Bideau, François Simon, Jean Champion, Corinne Coderey
Produktion: Citel Films, Groupe 5, Planfilm
Schweizer Film wiederentdeckt – in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse

LA DENTELLIÈRE (Die Spitzenklöpplerin) von Claude Goretta
Frankreich/Schweiz/BRD – 1977 – 107 Min.
mit Isabelle Huppert, Yves Beneyton, Florence Giorgetti, Annemarie Dueringer
Produktion: Action Films, Citel Films, Janus Filmproduktion
Schweizer Film wiederentdeckt – in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse

LA PROVINCIALE (Die Verweigerung) von Claude Goretta
Frankreich/Schweiz – 1981 – 107 Min.
mit Nathalie Baye, Angela Winkler, Bruno Ganz, Patrick Chesnais
Produktion: Guamont, Phénix Production

BON VENT CLAUDE GORETTA von Lionel Baier
Schweiz – 2011 – 58 Min.
Produktion: Band à part films
Weltpremiere

Locarno 2011 | Hommage an Claude Goretta

«Die Spitzenklöpplerin» mit Isabelle Huppert ist Claude Gorettas bekanntester Film (Trailer). Die Vergabe des Ehrenleoparden «Pardo alla carriera» an den Schweizer Regisseur ermöglicht dem Festivalpublikum ein Wiedersehen mit drei seiner Filme.

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La Dentellière
«Die Spitzenklöpplerin» mit der damals noch kaum bekannten Isabelle Huppert wurde 1977 in Cannes preisgekrönt. Er machte Huppert über Nacht zum internationalen Star. Im Film geht es um die Liebe einer achtzehnjährigen Coiffeuse zu einem Studenten aus wohlhabender Familie. Gorettas bekanntester Film ist eine subtile Studie über die Entfremdung zwischen zwei durch Sprach- und Bildungsbarrieren getrennte Menschen und die bewegende Geschichte eines klaglosen Verstummens. Goretta charakterisierte die Hauptfigur wie folgt: «Er ist an ihr vorbeigegangen, ohne sie wahrzunehmen. Denn sie war eine von denen, die sich nicht bemerkbar machen, die erforscht werden wollen, bei denen man genau hinschauen muss. Früher hätte ein Maler sie in einem Genrebild verewigt, als Wäscherin, Wasserträgerin oder Spitzenklöpplerin.»

Biographie – Groupe de 5
Claude Goretta (* 23. Juni 1929 in Genf, Schweiz) studierte zunächst an der Universität Genf Rechtswissenschaften. Anfang der 1950er Jahre gründete er zusammen mit dem späteren Filmerkollegen Alain Tanner einen Filmclub. Als sich die Gelegenheit bot, belegte er Kurse am British Film Institute in London. Gemeinsam mit Tanner drehte Goretta 1957 mit «Nice Time» einen Kurzfilm über das nächtliche Leben am Londoner Piccadilly Circus, der auf dem Festival in Cannes einen Preis und viel Kritikerlob einbrachte. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück und startete seine Karriere als Fernsehproduzent mit Dokumentationen, vielen Folgen der Serie «Continents sans visa» und filmischen Umsetzungen von Theaterstücken. 1968 gründete er gemeinsam mit Alain Tanner, Jean-Louis Roy, Michel Soutter und Yves Yersin die Produktionsfirma «Groupe de 5». Unmittelbar nach dem Kurzfilm «Le jour des noces» entstand 1970 mit «Le fou» sein erster Langfilm. Dieser erhielt von der Schweizer Kritikervereinigung den Preis als bester Schweizer Film des Jahres. Schon bald erntete Goretta internationale Anerkennung für seine leichten Komödien und sensiblen Porträts von naiven Provinzbürgern. Den ersten internationalen Erfolg erzielte er mit «L'invitation», der 1973 in Cannes den Spezialpreis der Jury erhielt. 1983 wurde Gian Maria Volontè in Cannes für seine Leistung als bester männlicher Darsteller in Gorettas «Der Tod des Mario Ricci» geehrt. Die Georges Simenon-Verfilmung «Der Bericht des Polizisten» war 1987 Preisträger beim Monte Carlo Festival.
Gorettas Maigret-Filme mit Bruno Crémer in der Hauptrolle waren in den frühen 1990er Jahren äusserst populär und machten ihn bei einem breiteren Publikum bekannt. Fachleute attestieren ihm filmsprachliche Gemeinsamkeiten mit Luis Buñuel und Jean Renoir.

«Pardo alla carriera» als Festivalabschluss
Die Ehrung von Claude Goretta wird am Abschlussabend des Festivals über die Bühne gehen. Während des Festivals wird er mit einer Mini-Retrospektive von drei Filmen geehrt. Zu sehen sind «L'invitation» (1973), «La dentellière» (1977) und «La provinciale» (1981). Der Lausanner Regisseur Lionel Baier präsentiert dem Publikum mit seinem dieses Jahr gedrehten «Bon vent à Claude Goretta» eine filmische Hommage an den grossen Schweizer Regisseur.

Der Excellence Award geht an Isabelle Huppert
Zusammen mit Claude Goretta wird dieses Jahr in Locarno auch Isabelle Huppert geehrt, die in «Die Spitzenklöpplerin» ihre erste grosse Rolle erhielt. Huppert wird am 64. Festival del film Locarno der Excellence Award Moët & Chandon überreicht. Ein schönes Zusammentreffen von zwei wichtigen Persönlichkeiten, die die Filmgeschichte prägen (siehe auch art-tv.ch Bericht über Isabelle Huppert).

Infos

Claude Goretta | Pardo alla carriera | 64. Festival del film Locarno

L’INVITATION (Die Einladung) von Claude Goretta
Schweiz/Frankreich – 1973 – 100 Min.
mit Jean-Luc Bideau, François Simon, Jean Champion, Corinne Coderey
Produktion: Citel Films, Groupe 5, Planfilm
Schweizer Film wiederentdeckt – in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse

LA DENTELLIÈRE (Die Spitzenklöpplerin) von Claude Goretta
Frankreich/Schweiz/BRD – 1977 – 107 Min.
mit Isabelle Huppert, Yves Beneyton, Florence Giorgetti, Annemarie Dueringer
Produktion: Action Films, Citel Films, Janus Filmproduktion
Schweizer Film wiederentdeckt – in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque suisse

LA PROVINCIALE (Die Verweigerung) von Claude Goretta
Frankreich/Schweiz – 1981 – 107 Min.
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