Loading the player ...

res mundi | Anton Egloff, Sandra Ulloni | Benzeholz Meggen | bis 1. April 2012

Benzeholz Meggen | res mundi

In der Ausstellung «res mundi» trifft das noch junge Werk von Sandra Ulloni (*1979 in Luzern) auf den seit den 1960er Jahren gewachsenen Werkkomplex von Anton Egloff (*1933 in Wettingen).

Service

» Mitglied werden

» Newsletter abonnieren

» Video bestellen


Minimal Art und Arte Povera
Den beiden in Luzern lebenden Künstlern ist das Befragen und Erkunden von Ordnungen und Systemen gemeinsam. Mit dem Auslegen von Objekten entwickeln sie ein Umfeld, in dem sich verschiedene Bezugspunkte immer wieder neu erschliessen lassen. Modellhaft setzen sie sich mit der realen Welt auseinander, erzeugen aber auch Gedankenräume, die darüber hinausweisen. Anordnungen von sich wiederholenden bzw. ähnlichen Objekten charakterisieren das Werk von Anton Egloff. So können die Bronzeknäuel aus «Modelsystem» 1985/92 auf dem Boden ausgebreitet oder auf Vorrichtungen befestigt werden; verschiedenartig eingekerbte Balken aus «Etoiles Filantes» 1997/2002 können an die Wand gelehnt oder im Raum schwebend aufgehängt werden. Mit der Abkehr von einer in sich geschlossenen Skulptur hin zu offenen Werksystemen bezieht sich Egloff auf Positionen der 1960er und 70er Jahre, entwickelt aber im Spannungsfeld zwischen Minimal Art und Arte Povera eine eigene Sprache. Im «Denken mit den Händen», wie der Künstler seine Arbeitsweise nennt, entsteht ein Formungsprozess, der sich am traditionellen Handwerk anlehnt, aber über konzeptuelle Ideen zu neuen Möglichkeiten findet. Im Benzeholz, Raum für zeitgenössische Kunst, sind neben Objekten auch Zeichnungen zu sehen, die sich mit dem Boden als Grund, auf dem wir stehen und uns bewegen, auseinandersetzen.

Unvorhersehbare Objekte
Sandra Ulloni begibt sich mit gefundenen – ein Praliné-Papier, ein rosaroter Plastiksack, Zucker – sowie selbst hergestellten Objekten auf künstlerische Entdeckungsreise, die sie auch als Feldforschung bezeichnet. Zum Herstellen ihrer Objekte greift die Künstlerin einerseits auf einfache archaische Methoden zurück wie das Kneten von Ton und Fimo, oder sie entwickelt eine Technik zum Spritzen von Farbe. Andererseits nimmt sie traditionelle handwerkliche Verfahren auf wie das Polieren mit Schellack, das für antike Möbel und Flügel verwendet wurde, und setzt sie zweckentfremdet in einen neuen Kontext. Durch ihre Lust und Neugier dem Material gegenüber entstehen unvorhersehbare Objekte, die dem Betrachter als Kuriositäten erscheinen, egal ob sie aus leichtem alltäglichem Material oder einem kostbaren und aufwendigen Herstellungsprozess entsprungen sind.

Infos

res mundi | Anton Egloff, Sandra Ulloni | Benzeholz Meggen | bis 1. April 2012


Sehen Sie auch

Helmhaus | Grösser als Zürich
Kunstmuseum Luzern | Katerina Seda
Aargauer Kunsthaus | Roman Signer

Weitere Beiträge auf art-tv.ch

tanz&kunst königsfelden | SIBIL.LA

tanz&kunst königsfelden | SIBIL.LA

Sibyllengesänge aus dem iberischen Raum bilden den Ausgangspunkt für ein besonders Hör–...

Die Exfreundinnen | Das Zelt

Die Exfreundinnen | Das Zelt

Isabelle Flachsmann, Anikó Donáth und Martina Lory haben eines gemeinsam: den Exfreund....

Viktoria – A Tale of Grace and Greed

Viktoria – A Tale of Grace and Greed

Viktoria ist nicht naiv, als sie sich entscheidet, Budapest zu verlassen und...

3 coeurs

3 coeurs

Der Zufall hatte seine Hand im Spiel, als sich zwei Menschen in...

Stadtmuseum Aarau | Demokratie! Von der Guillotine zum Like-Button

Stadtmuseum Aarau | Demokratie! Von der Guillotine zum Like-Button

Die erste Sonderausstellung im neuen Stadtmuseum Aarau widmet sich der direkten...

Das Deckelbad

Das Deckelbad

Der Film des Ostschweizer Regisseurs Kuno Bont thematisiert das Schicksal eines von...

Theater Parfin de Siècle | Glückliche Tage

Theater Parfin de Siècle | Glückliche Tage

Das Theaterstück «Glückliche Tage» von Samuel Beckett zeigt die letzten Tage im...

Das ewige Leben

Das ewige Leben

Gestern stand er am Rande des Abgrunds, heute ist er einen Schritt...

Das Neue Theater am Bahnhof | Also sprach Zarathustra

Das Neue Theater am Bahnhof | Also sprach Zarathustra

Ein Jugendtheater lässt Zarathustra sprechen und Friedrich Nietzsche auf höchstem Niveau aufleben....

Schlachthaus Theater Bern | SCHWUBS – Go West

Schlachthaus Theater Bern | SCHWUBS – Go West

Tun Sie etwas gegen Ihre Homophobie! SCHWUBS ist die perfekte Arznei. Die...

Festival | Musig am Zürisee

Festival | Musig am Zürisee

Drei Tage Horgen, drei Tage Meilen und dazwischen drei Tage auf der...

Konzert Theater Bern, Vidmar 2 | Tschick

Konzert Theater Bern, Vidmar 2 | Tschick

Komplett. Ausverkauft. Tschick. Regisseur Benedikt Greiner lädt ein zu einem sommerlichen Jugendstück,...


unterstützt art-tv.ch

Anzeige